Ein Mann ‑über ‑Bord ‑Manöver (MoB) ist eine der gefährlichsten Situationen auf dem Wasser. Egal ob Segelboot oder Motorboot, jeder Skipper muss wissen, wie er in Sekunden reagiert. In den ersten Minuten entscheidet sich, ob die Person im Wasser sicher gerettet wird. Dieses Blog bietet Ihnen eine verständliche Schritt ‑für ‑Schritt ‑Anleitung, damit Sie das Manöver souverän meistern.
Damit Sie den Überblick behalten, finden Sie hier die fünf Schritte im Überblick:
Jedes Crewmitglied, das über Bord geht, bringt das gesamte Boot in eine kritische Situation. In der Seemannschaft gilt schnelles und richtiges Handeln als oberste Pflicht. Als Skipper müssen Sie Ihre Crew sofort alarmieren, Rettungsmittel bereithalten und die Position des Verunglückten sichern. Professionelle Schulen betonen, dass man den Gestürzten zu keiner Zeit aus den Augen verlieren darf. Deshalb wird diese Übung in der praktischen Prüfung zum Sportbootführer schein Binnen (SBF Binnen) besonders streng bewertet.
Auch außerhalb der Prüfung ist das Manöver lebensrettend: In kaltem Wasser kann eine Person innerhalb von Minuten unterkühlen. Wer das Verfahren kennt, verringert dieses Risiko erheblich. Auf vielen modernen Booten gibt es eine MOB ‑Taste auf dem GPS, die den Unfallort markiert. Trotzdem ersetzt Technik keine geübte Crew. Üben Sie das Manöver regelmäßig – am besten im Online ‑Kurs für den Sportbootführer schein Binnen – damit Sie im Ernstfall instinktiv richtig handeln.
Sobald jemand über Bord fällt, ruft derjenige, der es bemerkt, laut „Mann über Bord“. Dieses Kommando ist das Signal für alle weiteren Maßnahmen. Der Schiffsführer übernimmt die Koordination und weist die Crew an. Bestimmen Sie eine Person, die ausschließlich auf den Verunglückten zeigt, damit niemand die Position aus den Augen verliert. Gleichzeitig ruft der Steuermann „Alle an Deck“, damit jedes Crewmitglied weiß, dass es jetzt hilft.
Stellen Sie sicher, dass einer der Helfer die MOB ‑Taste auf dem Navigationsgerät drückt. Diese Funktion speichert den Unfallort und hilft Ihnen, bei schlechter Sicht zurückzufinden. Ein weiterer Crewangehöriger bereitet Rettungsmittel wie Rettungsring, Wurfleine oder Livesling vor. Wenn das Boot nur mit kleiner Crew unterwegs ist, sollten Sie im Zweifel sofort Mayday funken. Beim geringsten Zweifel, ob Sie die Person allein bergen können, setzen Sie den Notruf ab.
Nachdem der Alarm ausgelöst wurde, ist die Kontrolle über das Boot entscheidend. Besonders auf Motorbooten gilt: Kupplung sofort in den Leerlauf und nach Möglichkeit den Motor nicht ausschalten, sondern in Bereitschaft halten. Lenken Sie das Ruder auf die Seite, an der die Person ins Wasser gefallen ist, damit das Heck und der Propeller vom Opfer wegdrehen. Das verhindert, dass die Schraube den Verunglückten verletzt.
Senken Sie die Geschwindigkeit, aber behalten Sie genügend Fahrt, um das Boot manövrieren zu können. Denken Sie daran, dass ein Motorboot langsam reagiert und viel Abdrift hat; fahren Sie also wie mit einem großen Tanker. Bei Segelbooten müssen Sie je nach Kurs und Wind unterschiedliche Manöver wählen. Ungeübte Crews wählen häufig das sogenannte Quick ‑Stop ‑Manöver, bei dem das Boot durch eine Vollkreisfahrt schnell zum Ausgangspunkt zurückkehrt.
Während das Boot gedreht wird, bleibt der Beobachter mit ausgestrecktem Arm auf den Gestürzten gerichtet. Andere Crewmitglieder werfen sofort einen Rettungsring oder eine Boje ins Wasser. Dieses Hilfsmittel dient der Person im Wasser zum Festhalten und markiert die Stelle, falls sie kurz aus dem Blickfeld gerät. Haben Sie eine Wurfleine oder ein Livesling, so bereiten Sie diese vor und bringen sie kreisförmig aus, um den Menschen im Wasser zu erreichen.
Beachten Sie bei jeder Kurskorrektur die Windrichtung, denn das Boot driftet ab. Sobald die Person wieder ins Blickfeld kommt, fahren Sie einen Bogen gegen den Wind und nähern sich von Luv oder Lee. Beide Seiten haben Vor ‑ und Nachteile: In Luv stören keine schlagenden Schoten, aber das Boot kann abtreiben; in Lee treibt das Boot nicht ab, jedoch können Decksaufbauten das Opfer drücken. In der Prüfung wird meistens die luvseitige Anfahrt gefordert, da sie kontrollierter ist.
Nähern Sie sich der Person langsam und achten Sie darauf, dass der Bug in den Wind zeigt, wenn Sie den letzten Meter zurücklegen. Bei Motorbooten reicht es oft, das Boot parallel zur Boje zu bringen und dann rückwärts zu fahren, bis sich die Person am Bug befindet. Auf Segelbooten wird das Manöver häufig mit einer Wende kombiniert, um das Boot in eine stabile Position zu bringen.
Sobald Sie dicht neben dem Verunglückten sind, wirft die Crew eine Leine mit Rettungsschlinge aus oder nutzt den Bootshaken. Fassen Sie die Person sicher, aber denken Sie daran, dass erschöpfte Menschen kaum Kraft haben. Viele Segler verwenden das Großfall oder eine andere Umlenkung, um die Person mit Umlenkblöcken an Bord zu ziehen. Arbeiten Sie als Team und kommunizieren Sie klar. Sobald der Mensch an Bord ist, bringt ihn jemand in die Kajüte oder einen geschützten Bereich und beginnt mit der Erstversorgung.
Die Rettung ist erst abgeschlossen, wenn die Person wieder sicher an Bord ist und versorgt wird. Oft sind Verunglückte erschöpft oder unterkühlt und benötigen sofort Wärme und Flüssigkeit. Entfernen Sie nasse Kleidung, legen Sie trockene Decken an und beruhigen Sie die Person. Kontrollieren Sie Atmung und Puls, und leiten Sie bei Bedarf Erste ‑Hilfe ‑Maßnahmen ein. Auch wenn alles gut aussieht, sollten Sie medizinische Unterstützung über Funk oder Telefon anfordern.
Vergessen Sie nicht, das MOB ‑Manöver nachzubereiten. Prüfen Sie, ob alle Rettungsmittel wieder einsatzbereit sind und ob es Verbesserungspotential gab. Besprechen Sie mit Ihrer Crew, was gut lief und was verbessert werden kann. Nur regelmäßiges Training macht das Verhalten zur Routine.
Viele Fehler passieren aus Unwissenheit oder Panik. Dazu zählen: kein lauter Ausruf des „Mann über Bord“, sodass die Crew den Ernst der Lage zu spät erkennt; niemand weist die Position des Verunglückten; die Kupplung wird nicht sofort in den Leerlauf gestellt; das Ruder wird in die falsche Richtung gedreht und der Propeller gefährdet die Person. Andere Fehler sind ein zu schneller Anlauf, der ein präzises Manöver unmöglich macht, oder das Vergessen, die MOB ‑Taste zu drücken. Ungeübte Skipper verlassen sich zu sehr auf Technik und übersehen den Menschen im Wasser.
Auch während der Prüfung können Fehler auftreten. Prüfer achten darauf, dass alle Kommandos klar und in der richtigen Reihenfolge gegeben werden. Viele Kandidaten vergessen, die Crew anzuweisen oder den Ausguck festzulegen. Üben Sie deshalb die Kommandos laut und deutlich zu geben und lassen Sie Ihre Crew – im echten Leben oft Familie und Freunde – wissen, was sie tun sollen. Vertrauen Sie darauf, dass Ruhigbleiben und systematisches Vorgehen Sie schneller ans Ziel bringen als hektische Hektik.
Beim SBF ‑Binnen und SBF ‑See ist das Mann ‑über ‑Bord ‑Manöver in der motorisierten Variante Pflicht. In der Prüfung wird eine Boje geworfen, die eine Person im Wasser simuliert. Schon bevor der Prüfer das Kommando gibt, sollten Sie die Lage checken und Ihre Crew instruieren. Wenn das Kommando kommt, rufen Sie laut „Boje über Bord!“ und handeln Sie wie im Ernstfall: auskuppeln, zum Bojenfall lenken, Beobachter festlegen und Rettungsmittel vorbereiten.
Der Prüfer erwartet, dass Sie alle Schritte strukturiert und ruhig ausführen. Fahren Sie langsam, schauen Sie beim Rückwärtsgang immer nach hinten und halten Sie permanent Ausschau. Denken Sie daran, dass die Prüfungssituation Zeit bietet – Sie müssen nicht rasen. Wer das Manöver regelmäßig übt, kann die Prüfung entspannt angehen. Nutzen Sie unseren Online ‑Kurs, um sich sowohl theoretisch als auch praktisch optimal vorzubereiten. Übungsmaterial, Videos und Checklisten helfen Ihnen, das Manöver zu verinnerlichen.
Ein Mann ‑über ‑Bord ‑Manöver ist keine reine Prüfungsdisziplin, sondern eine lebensrettende Technik. Mit klaren Kommandos, ruhiger Koordination und geübtem Zusammenspiel retten Sie im Ernstfall Leben. Die Schritte – Alarm, Boot sichern, Kurs halten, bergen und versorgen – sind einfach, müssen aber in Fleisch und Blut übergehen. Lernen Sie das Manöver gründlich und wiederholen Sie es regelmäßig. In unserem Online ‑Kurs für den Sportbootführer schein Binnen erhalten Sie praxisnahe Übungen und persönliche Unterstützung. So bestehen Sie nicht nur die Prüfung beim ersten Versuch, sondern fühlen sich auch auf dem Wasser sicher und vorbereitet.
Mit dem Online-Kurs Sportbootführerschein Binnen lernst du alles Wichtige für die Theorieprüfung. Der Kurs bietet dir einen einfachen 3-Tage-Lernplan, der dich optimal auf die Prüfung vorbereitet, egal ob du Anfänger oder Fortgeschrittener bist.
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Der Kurs war mit 3 Lerntagen gut zu verfolgen. Die visuellen Beispiele haben mir sehr geholfen und er hat perfekt in meinen Zeitplan gepasst. Hat mich gut auf die SBF Inland vorbereitet!
Abhängig von Ihrem Lerntempo ist es möglich, den SBF Binnen innerhalb von 2 bis 4 Wochen zu erwerben. Für schnelle Lerner kann dies sogar innerhalb einer Woche erreicht werden.
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